Corona aktuell

Corona aktuell

Corona Quarantäne ab 12.07.2022

Bei den routinemäßige Schnelltests haben wir 9 Bewohner positiv getestet, daher steht unsere Einrichtung unter Quarantäne. Besuch oder Spaziergänge mit Angehörigen sind aktuell nicht möglich. Der Besuch in besonderen Fällen wird individuell abgesprochen. Der Zugang für Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei, Ärzte und Ordnungsbehörden ist natürlich gewährleistet und die Heimaufsicht ist informiert. Sobald die Quarantäne aufgehoben wurde, werden hier darüber informieren.

Aktuelle Corona Regelung – Stand 03.04.2022

  • Zugang ausschließlich über den Kellereingang aufgrund der Registrierungspflicht.
  • Für alle Gäste gilt eine Registrierungspflicht per Luca-App, CoronaWarnApp oder handschriftlich
  • Es muss ein negatives Schnelltest vorgelegt werden, welcher nicht älter als 24h ist.
    • alternativ ein PCR-Test nicht älter als 48 Stunden
  • Geimpft, Genesen oder geboostert => ausschließlich FFP2/KN95-Maske (OP-Maske reicht nicht mehr aus!)
  • Es gelten weiterhin die AHA-Regeln

Aktuelle Besuchszeiten:

  • 09.00 – 11.30 Uhr
  • 15.00 – 17.30 Uhr
Leistungszuschlag nach §43c SGB XI ab 2022

Leistungszuschlag nach §43c SGB XI ab 2022

Mit dem Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG) wird zum 01.01.2022 ein neuer Anspruch für die Sachleistungsbezieher vollstationärer Pflege geschaffen, um die Höhe des Eigenanteils an den pflegebedingten Aufwendungen (§ 43c SGB XI) zu begrenzen. Dieser Leistungszuschlag ist abhängig von der Dauer des Bezugs von Leistungen der vollstationären Pflege nach § 43 SGB XI durch einen von der Pflegekasse mit befreiender Wirkung für den Bewohner direkt an die Pflegeeinrichtung zu zahlenden Leistungszuschlag. Es handelt sich um einen Leistungsanspruch der pflegebedürftigen Person gegenüber seiner Pflegekasse und nicht um einen Vergütungsanspruch der vollstationären Pflegeeinrichtung gegenüber der Pflegekasse der anspruchsberechtigten pflegebedürftigen Person. Ein Antrag der pflegebedürftigen Person auf Zahlung des Leistungszuschlags ist nicht erforderlich.

Die Pflegekasse übermittelt für jede pflegebedürftige Person der Pflegegrade 2 bis 5 beim Einzug sowie zum 01.01.2022 für alle vollstationär versorgten Pflegebedürftigen die bisherige Dauer des Bezugs von vollstationären Leistungen nach § 43 SGB XI. Information der Bewohnerinnen und Bewohner Gemäß obigen Ausführungen werden die Versicherten durch ihre Pflegekasse über ihren Leistungsanspruch bzgl. des Leistungszuschlags informiert.

Die Pflegeeinrichtung, die die pflegebedürftige Person versorgt, stellt der Pflegekasse der pflegebedürftigen Person neben dem Leistungsbetrag nach § 43 SGB XI den Leistungszuschlag in Rechnung. Die Zahlung des Leistungszuschlags durch die Pflegekasse erfolgt mit befreiender Wirkung an die Pflegeeinrichtung (§ 87a Abs. 3 SGB XI). Der pflegebedürftigen Person wird der noch verbleibende Eigenanteil von der vollstationären Pflegeeinrichtung in Rechnung gestellt.

Bei der Ermittlung der Dauer des Leistungsbezuges nach § 43 SGB XI werden Kalendermonate, in denen nur für einen Teilzeitraum Leistungen bezogen worden sind, als volle Kalendermonate berücksichtigt. Dabei ist unerheblich, ob in dem betreffenden Teilkalendermonat bereits weitere ambulante, teilstationäre Leistungen oder Leistungen der Kurzzeitpflege bezogen wurden.

Eine vorübergehende Abwesenheit von bis zu 42 Tagen ist hinsichtlich der Berechnung des Leistungsbezugszeitraums unerheblich, ebenso, wenn sich die Abwesenheit aufgrund eines vollstationären Krankenhausaufenthalts oder eines Aufenthalts in einer Rehabilitationseinrichtung verlängert. Dies ergibt sich daraus, dass nach § 43 Abs. 4 SGB XI auch für diese Abwesenheitszeiten nach § 87a Abs. 1 Satz 5 SGB XI weiterhin die Leistungen für vollstationäre Pflege nach § 43 SGB XI erbracht werden.

Pflegebedürftige Personen der Pflegegrade 2 bis 5, die nach beamtenrechtlichen Vorschriften oder Grundsätzen Anspruch auf Beihilfe oder Heilfürsorge haben, erhalten den Leistungszuschlag gemäß § 28 Abs. 2 SGB XI zur Hälfte.

Bild von janeb13 auf Pixabay
Serie Teil 6: Die haben gut auf uns aufgepasst

Serie Teil 6: Die haben gut auf uns aufgepasst

Kein Besuch mehr im eigenen Zimmer, dazu strenge Hygieneregeln: Das Seniorenheim Bachstraße schottete sich frühzeitig ab, um das Coronavirus nicht ins Haus zu tragen. Mit Erfolg. Bisher hat es keine einzige Infektion in der Einrichtung gegeben. Doch wie haben die Bewohnerinnen und Bewohner die Pandemie erlebt?

„Zuerst war das ein bisschen komisch“, erzählt Elvira Wehmeier. Die 91-Jährige wohnt seit zwei Jahren an der Bachstraße. Die Besuche von ihrem Enkel sorgen in der Pandemie für Kontinuität in ihrem Alltag. Zwar hätten sie sich nicht mehr wie gewohnt im Zimmer, sondern auf der Terrasse oder im Besucherraum treffen müssen. Doch das stört die 91-Jährige nicht, so scheint es.

Und auch sonst weiß Wehmeier es zu schätzen, dass sie an der Bachstraße ein soziales Umfeld hat. „Zu Hause wäre ich allein, hier bin ich immer unter Leuten. Alle sind nettund grüßen kameradschaftlich“, sagt sie und lächelt. Von Anfang an habe sie sich wohlgefühlt, daran habe auch die Pandemie nichts geändert.

Dem stimmt auch Werner Dettmer zu. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden sich gut kümmern, schildert er. Den Beginn der Pandemie hat er allerdings als unangenehm in Erinnerung. „Wir wurden hier quasi eingesperrt“, sagt er. „Auf einmal war Feierabend.“ Vorher sei er gern mal nach draußen gegangen, etwa zum Einkaufen. Dass die Pandemie so lange anhalten würde, habe er nicht erwartet. „Ich dachte, das geht schnell vorbei.“

Dettmer hatte sich aber an die veränderten Umstände gewöhnt. Den Einkauf übernehmen weiterhin andere für ihn, das findet der 81-Jährige praktisch. Ohnehin zeigt sich der Senior sehr genügsam. „Wir haben hier doch alles“, sagt er.

Wie es vor der Pandemie in der Einrichtung zuging, hat Karin Bents kaum kennengelernt. Sie lebt erst seit Januar 2020 an der Bachstraße. „Wir konnten nicht mehr raus“, erinnert sie sich an die Anfänge der Corona-Krise. Immerhin: Als die 53-Jährige ins Pflegeheim kam, war sie aufgrund einer kurz zuvor erfolgten Unterschenkelamputation auf den Rollstuhl angewiesen. Mittlerweile kann sie wieder am Rollator laufen.

Und auch sonst habe sie die Zeit genutzt. „Ich habe angefangen zu lesen“, erzählt Bents. Gerade liest sie „Doch die Sünde ist scharlachrot“ von Elizabeth George. Mehr als 700 Seiten – dafür sei früher keine Zeit gewesen. Abwechslung bringen außerdem Bingoabende und Besuche ihrer Kinder in den Alltag. Eigentlich vermisse sie nichts, sagt Bents – außer die Umarmungen mit den Pflegekräften.

Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sei es zu verdanken, dass das Coronavirus nicht den Weg in die Einrichtung gefunden habe. „Die haben gut auf uns aufgepasst“, sagt Bents. Dadurch, dass es keine Infizierten gegeben habe, sei das Virus auch nicht ständig Thema. „Man hat zwar immer davon gelesen und gehört, aber ich kannte ja keinen, der das hat“, ergänzt die 53-Jährige. Wie es scheint, hat das Pflegeheim sich seinen eigenen Kosmos ge­schaffen. Ein geschützter Raum – mit veränderten Abläufen und einem neuen, normalen Alltag.

Quelle: haz.de 04.08.2021 Text & Fotos: Thea Schmidt

Serie Teil 5: Wir haben alle Entscheidungen akzeptiert

Serie Teil 5: Wir haben alle Entscheidungen akzeptiert

Wir haben alle Entscheidungen akzeptiert

Angehöriger Olaf Krause spricht über seine Erfahrungen in der Corona-Pandemie

In diesem Frühjahr stehen Olaf Krause und seine Mutter Helga auf der Terrasse des Seniorenheims Bachstraße – dicht beieinander. Über Monate hat der 50-Jährige auf enge Kontakte verzichtet ,alle Corona-Regeln der Einrichtung in Wiesenau konsequent eingehalten und sich mit der neuen Situation im Pflegeheim ,aber auch in seiner Firma Logiline arrangiert. „Und wenn ich heute zurückblicke auf die vergangenen 15 Monate, dann gibt es eben auch viele Momente, die einfach gut waren“, sagt der Langenhagener.

Beziehungen aufgebaut
Er bezeichnet es als Glücksfall, dass seine Mutter einige Monate vor Beginn der Pandemie ins Heim wechselte. „Sie war angekommen, als es losging, und wir wussten, dass es ihr gut geht.“ Mehrfach wöchentlich fuhren Krause, seine Frau Sabine oder Tochter Maya vor dem ersten Lockdown zu Besuch an die Bachstraße. „Wir haben viel mit meiner Mutter gesprochen, auch wenn sie wegen der Demenz nur noch wenig mitbekommt.“ Zugleich lernten Krauses das Team kennen, bauten Beziehungen auf – und profitierten letztlich in der Pandemie davon. Das aber ahnte der Unternehmer im Januar 2020 noch nicht.

Seinerzeit schickte sein Unternehmen noch Masken nach China, um dort den Menschen zu helfen. „Keine vier Wochen später drehte sich alles, und die Masken fehlten hierzulande“, erinnert sich Krause. Ihn, den Logistiker aus Leidenschaft, überraschten das Tempo und der Umfang, in dem die Verkehrswege zusammenbrachen. Masken, die das Unternehmen zunächst noch in Asien ordern konnte, fanden plötzlich nicht mehr den Weg nach Europa, geschweige denn nach Deutschland.

Gleiches galt für alle anderen Waren, die Logiline mit Sitz am Neddernfeld normalerweise transportieren lässt. „Das bedeutete, dass alle Mitarbeiter in Kurzarbeit gehen mussten“, sagt Krause. Er und seine Geschäftsführer-Kollegen wechselten sich mit der Arbeit im Stammsitz ab, um große Ausfälle bei einer möglichen Infektion zu verhindern. „Und plötzlich fand ich mich über Tage an meinem Schreibtisch im Homeoffice wieder“, sagt Krause. „Letztlich habe ich vieles abarbeiten können mit dem Blick in den Garten.“ Zu keinem Zeitpunkt habe er sich aber um die Zukunft des Unternehmens gesorgt.

Gleichwohl beschäftige ihn seit Beginn der Pandemie insbesondere das Thema Resilienz besonders: Wie übersteht man eine Krise gut? Welche Voraussetzungen müssen im Privaten wie im Geschäftlichen vorhanden sein? „Ich denke, dass jeder genau schauen muss, was kann er ändern und wofür lohnt es sich, Kraft einzusetzen.“ Im Umkehrschluss heißt es aber auch: Entscheidungen und Situationen annehmen, die man selbst nicht beeinflussen kann.

Für Krause und seine Familie stand deshalb fest, dass sie die Entscheidung des Heimes der kompletten Abschottung nicht infrage stellten. „Wir haben sie akzeptiert, weil wir wissen, dass die Pflege auch ohne Corona kein leichter Job ist“, sagt er. Es helfe weder den Beschäftigten noch den Angehörigen , wenn Kinder oder Partner ihren Frust an den Mitarbeitern ausließen. „Deshalb haben wir die Möglichkeiten genutzt ,die es in dem jeweiligen Moment gerade gab.“ Zunächst telefonierten Krauses regelmäßig, dann trafen sie die Mutter auf der Terrasse oder im Besuchszimmer – immer mit Abstand und Maske.

Intensive Beziehung zum Vater
„Für meine Mutter war das schwierig, weil sie mit zunehmender Demenz verschmuster wird“ ,sagt Krause. Immer wieder erklären, den Humor nicht verlieren, zugewandt sein: Mehr gehe eben nicht. Die räumliche Distanz zur Mutter führte zu einer intensiveren Beziehung zum Vater, der in der Nachbarschaft in Langenhagen wohnt. „Zusammen hatten wir die Zeit, gemeinsam im Garten zu sitzen und die Sonne beim Untergehen zu beobachten“, sagt Krause, dessen Arbeitsalltag normalerweise viele Dienstreisen bestimmen. Die fielen aus, wurden ersetzt durch digitale Runden – ein Modell, das sich der Langenhagener auch für die Zukunft vorstellen kann.

Ohnehin, sagt der 50-Jährige, werde die Pandemie nachhallen über Jahre. „Aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem wir überlegen, wann genau Corona war“, ist er überzeugt.

Das ist unsere Serie
Wie haben Mitarbeiter, Angehörige und Bewohner des Seniorenheims Bachstraße in Langenhagen die vergangenen Monate Corona-Pandemie erlebt? Wie geht es ihnen heute? Vom Geschäftsführer bis zum Hausmeister in unserer Serie sprechen sie alle über Sorgen und Hoffnungen.

Quelle: haz.de 28.07.2021 Text & Foto Antje Bismark

Serie Teil 4: Keine Einsamkeit trotz des Besuchsverbots

Serie Teil 4: Keine Einsamkeit trotz des Besuchsverbots

Die Pandemie im Seniorenheim: Birgitt Jünemann berichtet über ihr Corona-Management

Schaut Birgitt Jünemann auf die Corona-Pandemie zurück, dann gibt es durchaus einen Aspekt, dem sie etwas Positives abgewinnen kann: „Gleich zu Beginn haben wir die Arbeit so organisiert, dass wir den Angehörigen feste Sprechstunden angeboten haben“, sagt die stellvertretende Geschäftsführerin des Seniorenheims Bachstraße. Auch wenn sich zunächst nicht alle an die Regel hielten, so konnte sie doch endlich einmal die Arbeit weitgehend ohne ständige Unterbrechung erledigen. „Weil sich das bewährt hat, werden wir diese Regelung wohl auch beibehalten“, sagt Jünemann. Sie hat auch das Herunterfahren im privaten Bereich noch gut in Erinnerung.

Strikt abgeschottet
Im Rückblick aber überwiegt vor allem die Angst davor, das Virus unerkannt ins Seniorenheim zu bringen. „Wir haben uns deshalb strikt abgeschottet“, sagt sie und fügt hinzu, viele Kollegen hätten sich auch im privaten Umfeld eingeschränkt. Sie habe beispielsweise genau überlegt, wo sich unkalkulierbare Risiken befänden. „Ganz klar: Supermärkte gehören für mich dazu“, sagt sie und fügt hinzu, wegen der oft schmalen Gäng ein den Märkten nutze sie bis heute für das Einkaufen die Metro. Dort gebe es immer genügend Raum, um anderen auszuweichen – und trotz der inzwischen zweiten Impfung halte sie an der Gewohnheit weitgehend fest.

Keine Treffen mit Freunden, Abstand zu den Kollegen, keine Besuche mehr auf den Stationen: Jünemann listet detailliert auf, wie sie die Kontakte auf ein Minimum reduziert hat, um die Bewohner zu schützen. Gerade deshalb haften ihr zwei Begebenheiten, die sich in Varianten wiederholt haben, noch deutlich in Erinnerung: „Nachdem wir das Haus für Besucher geschlossen hatten, haben viele Menschen die Bewohner bedauert – angeblich wegen der Einsamkeit“, sagt sie.

Dabei hätten sie weitgehend ihr Umfeld mit Nachbarn, Pflegekräften oder Betreuern behalten, wenn zunächst auch nur auf ihre Station begrenzt. „Es war immer jemand für sie da, im Gegensatz zu den vielen Senioren, die über Tage allein in ihrer Wohnung gesessen haben und zum Teil noch immer sitzen“, sagt sie und der Ärger über die damalige Kritik schwingt weiterhin mit.

Nicht nachvollziehen kann die stellvertretende Geschäftsführerin zudem, weshalb manche Familien sich nicht an die Besuchsregeln halten wollten: „Schon in normalen Zeiten überfordert es die Hochbetagten, wenn mehr als zwei Personen mit ihm oder ihr sprechen.“ Wenn dann noch die räumliche Umgebung sich ändere, bedeute das Stress – erst recht, wenn dann plötzlich ein Dutzend Menschen auf den Senior im Garten oder auf der Terrasse einreden wollen. Dafür Verständnis zu wecken bei Kindern oder Enkelkindern habe viel Geduld und viele Gespräche erfordert. Dass die Mehrzahl der Angehörigen die Regeln respektierten, habe das Team bestärkt: „Diejenigen, die vor Corona kamen, haben den Kontakt gehalten und sich, als es erlaubt war, auch wieder im Freien getroffen.“

Die Vorsicht bleibt bestehen
Ein Geschäft, sagt Jünemann, könne man schließen. Die Pflege aber gehe täglich weiter. Sie spricht von absoluter Erleichterung, als die ersten Schnelltests kamen – und dann gab es den ersten positiven Befund einer Externen: „Plötzlich waren alle wieder wachsam, obwohl die Betroffene ja gar nicht erst ins Haus gekommen war.“ Und dann begann das Warten auf die Impfung. Alle Heime in Langenhagen erhielten Termine, die Bachstraße und ein weiteres Haus standen ganz zum Schluss auf der Liste. Am 4. Februar schließlich setzte das Impfteam die Spritze mit dem Impfstoff von Moderna an, vier Wochen später folgte die zweite Impfung.

Debatte um Umarmungen
„Schon nach der ersten Impfung begann die Debatte mit einigen Angehörigen, warum sie die Mutter oder den Vater nicht in den Arm nehmen dürfen“, erinnert sich Jünemann. Doch auch nach dem zweiten Impf¬termin hielt das Heim an der strikten Regelung fest, lockerte aber das Miteinander im Haus weiter. Gut für die Senioren, die sich nun wieder mehr begegnen. Gut aber auch für die Mitarbeiter, die sich jenseits des Intranets wieder im Freien treffen. „Die Zwischentöne gehen verloren, wenn man dem anderen nicht in die Augen sehen kann“, hat sie festgestellt. Bei der schriftlichen Kommunikation fehle die persönliche Komponenten, dafür überwiege die sachliche.
So richtig aber, schiebt sie hinterher, habe sie die mögliche Freiheit nach der zweiten Impfung für sich noch nicht realisiert – obwohl sie sich nach monatelangen Spaziergängen in der einsamen Leinemasch, nach Backen, Nähen und Gartenarbeit auf einen Restaurantbesuch freut.