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An der Universität Bremen soll ein bun-desweit gültiges Verfahren entwickelt werden, mit dem ermittelt werden kann, wie viel Personal in einer stationären Pflegeeinrichtung nötig ist. Die Federfüh-rung hat der Bremer Gesundheitsökonom Heinz Rothgang. Gemäß dem zweiten Pflegeverstärkungsgesetz muss das Ver-fahren bis Ende Juni 2020 entwickelt und erprobt worden sein.

Die öffentliche Debatte um dieses Thema ist momentan eher verwirrend. Die Perso-nalausstattung in den Pflegeheimen fällt bekanntermaßen im Bundesgebiet sehr unterschiedlich aus. So hat Bayern um ein Viertel höhere Personalquoten als bei-spielsweise Mecklenburg-Vorpommern. Dies allein macht schon deutlich, dass es wohl kaum zu einem bundesweit einheitli-chen Personalschlüssel kommen wird. Weder würden in Bayern Personalkürzun-gen akzeptiert noch in Mecklenburg-Vorpommern Heimschließungen, um das Personal anschließend zu verteilen.

Der bpa wendet sich seit jeher gegen starre Fachkraftquoten und fordert eine vorurteilsfreie Diskussion darüber, wie bei deutlich steigender Zahl an pflegebe-dürftigen Menschen bei gleichzeitig stag-nierender Zahl an Pflegefachkräften eine begründete Qualität der Pflege und Ver-sorgung sichergestellt werden kann. „Wenn schon die Bundesregierung eine Verschärfung des Mangels vorrechnet, können sich die Bundesländer nicht län-ger hinter einer Fachkraftquote verste-cken, die rein rechnerisch nur zu einer staatlich organisierten Verknappung des Angebotes an qualifizierten Versorgungs-angeboten in den Pflegeheimen führen kann. Die Debatten über die strikte Durchsetzung einer in nichts begründe-ten Fachkraftquote sind kein Beitrag zur Lösung des Problems, sondern verschär-fen dieses nur. Wird hier nicht schnell und entschlossen gegengesteuert, zeigen sich die Folgen in Versorgungseng-pässen insbesondere für Menschen mit hohem Pflege- und Betreuungsbedarf. Die starre Fachkraftquote macht gute Pflege für alle unmöglich. Unsere bpa-Mitgliedseinrichtungen sind zur Erpro-bung eines flexibleren Fachkräfteeinsat-zes bereit“, so Bernd Meurer. (Quelle: bpa e.V. – Newsletter Nr.1-2018) (Beitragsbild-Quelle: Fotolia.de)