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Hundebesuchsdienst oder auch eigene Tiere im Seniorenheim

Jeder Hundebesitzer weiss, was er seinem Vierbeiner zu verdanken hat: Das Tier hält fit, es schenkt ehrliche Zuwendung, Lebensfreude, das Gefühl gebraucht zu werden, es sorgt für eine gewisse Struktur im Tagesablauf und es fördert die Kommunikation mit anderen Menschen.

Zudem belegen wissenschaftliche Studien die positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System – so erleiden Hundehalter deutlich seltener einen Herzinfarkt. Schon allein das Streicheln des Fells senkt nachweislich den Blutdruck.
Und was für die Allgemeinheit gilt, gilt besonders für Senioren. Sie gehen keiner beruflichen Tätigkeit mehr nach, ihre Lebenspartner sind möglicherweise schon verstorben und sie haben weniger soziale und körperliche Kontakte.

Tierhaltung in Seniorenheimen – eher die Ausnahme
Für Menschen, die ihren letzten Lebensabschnitt in einem Seniorenheim verbringen, könnte die Haltung eines Tieres eine heilsame Wirkung haben. Tiere vermitteln das Gefühl, gebraucht zu werden, steigern die Lebensfreude und bieten Körperkontakt. Das Fehlen dieser positiven Eigenschaften kann zu einem emotionalen Rückzug führen. Auch wäre die Trennung von einem geliebten Haustier ein zusätzlicher schmerzhafter Einschnitt in den Lebensalltag.
Voraussetzung für eine Tierhaltung in einem Seniorenheim ist allerdings, dass die entsprechende Einrichtung dies grundsätzlich erlaubt und dass die Bewohner geistig und körperlich in der Lage sind, dem Tier gerecht zu werden. Ebenfalls muss geregelt werden, was passiert, wenn sich der Zustand ändert und der Bewohner sich nicht mehr komplett selbständig um das Tier kümmern kann.
Aber selbst wenn nicht jedem Heimbewohner eine Tierhaltung ermöglicht werden kann, so sind doch einige Einrichtungen auf Grund der positiven Wirkung auf den Hund oder die Katze gekommen und halten zumindest ein Tier zur Freude Vieler. Hier in der Bachstrasse sind mehrere Tiere von Mitarbeitern und zusätzlich auch noch „Heimhund“ Mia unterwegs.
Darüber hinaus ist regelmäßig der Hundebesuchsdienst „Besucher auf vier Pfoten“ im Haus. Diese Tiere sind auch so ausgebildet und ruhig, dass sie zu Bewohnern in die Betten dürfen und sich dort ordentlich Streicheleinheiten und Leckerlis abholen.

Der Hundebesuchsdienst – „Therapeuten“ im Fellkleid
Es klingt nicht gerade spektakulär: Da kommen ehrenamtliche Helfer regelmäßig mit Ihrem Hund oder ihren Hunden in ein Seniorenheim. Punkt. Doch die Wirkung ist phänomenal. Entweder gibt es Gruppenbesuche mit mehreren Bewohnern und Hunden gleichzeitig im Aufenthaltsraum oder die Tiere kommen direkt zu einzelnen bettlägerigen Bewohnern.
Einsamkeit, körperliche Schmerzen, alles scheint für den Moment vergessen und die Freude über den tierischen Besuch ist groß und oft auch für viele nachhaltig. Aber nicht nur die Bewohner profitieren von den tierischen Besuchern. Auch für das Pflegepersonal und für die Tierhalter bedeuten diese Besuche eine liebgewordene Abwechselung. Tiere wirken sich einfach positiv auf das Miteinander aus!

Die Voraussetzungen
Die Rasse eines Besuchshundes ist weit weniger entscheidend als zum Einen der regelmäßig kontrollierte Gesundheitszustand des Tieres und vor allem sein Charakter. Nur ein Hund, der kontaktfreudig ist, mit den vielen unterschiedlichen Stimmungen der Senioren zurechtkommt und der nicht schreckhaft ist und niemals aggressiv wird, ist für eine solche Aufgabe geeignet.
Vereine organisieren die Besuchsdienste und dort kann der Hund auch üben. Denn die Besuche verlangen den Tieren einiges ab: Sie müssen sich an neue Gerüche und Geräusche gewöhnen, an Rollstühle, an Menschen die betrübt scheinen, denen die Gehhilfen aus der Hand fallen können, an Hände, die ungelenk nach ihnen greifen, weil ihre Feinmotorik eingeschränkt ist.
Aber nicht nur der Hund ist gefordert. Auch der Tierhalter muss sehr zuverlässig sein und bereit, sich für einen langen Zeitraum auf wiederkehrende regelmäßige Termine einzurichten. Viele Senioren warten sehnsüchtigt auf diesen Moment des Besuchs und schließen die Hunde und die Tierhalter in ihr Herz. Dann wäre die Enttäuschung riesengroß, wenn der Besuch plötzlich ausfällt oder gar ganz wegfällt.
Das Seniorenheim selbst muss zudem die räumlichen und organisatorischen Möglichkeiten besitzen, um diese Besuche durchführen zu können. Insbesondere erfordert diese Arbeit Zeit und somit personellen Aufwand.